Alles Rund ums wohnen
"Zeig mir wie du lebst, und ich sage dir, wer du bist". Noch nie war das treffender als heute. Der eigene Wohnraum, das eigene Zuhause, der Ort, an dem man einen sehr großen - und eigentlich den wichtigsten - Teil seines Lebens verbringt. Die Art, wie man sich einrichtet, ist dabei ein Ausdruck der ganz eigenen, individuellen Persönlichkeit. Neben allen Trends und Stilen der letzten Jahre gilt für die Einrichtung vor allem eines: Individuell zu wohnen ist höchst angesagt. Trend-Mitläufer gelten als langweilig und out - sie werden von vielen als Menschen mit einem Mangel an Persönlichkeit aufgefasst.

Das Zuhause ist wieder ein echtes Zuhause geworden

Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise war deutlich zu spüren, dass die Menschen wieder mehr nach Hause streben - das eigene Heim war der Rückzugsort, die Ruheoase und ein Hort der Sicherheit in den chaotischen Krisenzeiten. Der Trend, den Experten "Homing" genannt haben, hält auch weiterhin ungebrochen an. Auch die bevorzugte Auswahl an Möbeln und Einrichtungsgegenständen spiegelt vor allem einen Trend zu Langlebigkeit, Robustheit und Bequemlichkeit wieder. Wohl als Sicherheit schaffendes zu den schnelllebigen, sich rasch verändernden Zeit, in der wir leben.

Prunk und Protz sind in jedem Fall out - selbst bei denen, die es sich leisten könnten. Gepflegtes Understatement wird wieder betrieben, und die Einrichtung glänzt eher durch Funktionalität und Komfort als durch teure, luxuriöse Optik. Gefragt sind vor allem praktische, funktionelle Lösungen und - wie so manche schwedischen Einrichtungshäuser es schon seit Jahren vormachen - Möbel, die viele Funktionen komfortabel und platzsparend erfüllen können - die ausziehbare Schlafcouch oder der Couchtisch auf Rollen, der immer dort steht, wo man ihn gerade braucht und gleichzeitig auch als Ablage dient.
Selbst im Bereich des professionellen Innenraum-Designs gehen die Stile in eine durchaus vergleichbare Richtung. Shabby Chic bezeichnet eine bunt zusammengewürfelte Kombination aus sehr unterschiedlichen eleganten, aber abgenutzt wirkenden Möbelstücken, verschwenderische Dekorationen aus Stoff und Wandmalereien, und von oben bis unten vollgestopften Räumen. Das Ergebnis hat dann irgendwie ein klein bisschen den Hauch von Flohmarkt - von einem gut sortierten allerdings - ist aber vielleicht gerade deshalb auch unheimlich gemütlich.

Daneben ist ein Stilmix aus modern-orientalisch und westlich immer noch sehr gefragt - der Trend zu den niedrigen, asiatischen Möbeln in Kombination mit modern designten westlichen Stücken hält immer noch ungebrochen an. Die Kombinationen werden dabei gewagter als früher - Kronleuchter neben traditionell asiatischen Bodenlampen mit Glaslampenschirme - aber Gemütlichkeit und Solidität sind auch hier die wesentlichen Kennzeichen.